Das Sauber F1 Team stellt heute Samstag, 2. Februar, den Sauber C32-Ferrari den Partnern und Medien vor. Die beiden Piloten Nico Hülkenberg (DE, 25) und Esteban Gutiérrez (MX, 21) enthüllten den neuen Renner am Firmensitz in Hinwil (Schweiz). Das Roll-out des Sauber C32 findet anlässlich des ersten Wintertests am 5. Februar in Jerez de la Frontera (ES) statt.

SauberC32Im Hinblick auf die neue Saison sagt Teamchefin Monisha Kaltenborn: „Wir haben ein sehr erfolgreiches Jahr 2012 hinter uns, in dem wir uns nicht nur von Rang sieben in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft auf Rang sechs verbessert haben, sondern auch unsere Punkteausbeute von 44 Zähler 2011 auf deren 126 in der vergangenen Saison gesteigert haben. Wir haben eine starke Basis, auf der wir aufbauen und uns weiter steigern wollen.“

Optimistisch ist die Teamchefin in Bezug auf die neue Fahrerpaarung: „Wir haben Nico Hülkenberg bereits seit einiger Zeit beobachtet und waren von seinen Leistungen beeindruckt. Nico ist nicht nur sehr schnell, sondern vor allem auch effizient. Er versteht es, in den jeweiligen Rennsituationen das Maximum an Punkten herauszuholen. Esteban Gutiérrez kennen wir bestens, hat er doch bereits seit einigen Jahren eine Verbindung zu unserem Team. Er hatte bereits mehrfach Gelegenheit, unser Auto zu testen, und er hatte auch stets engen Kontakt mit unseren Ingenieuren und so Gelegenheit, viel über die Formel 1 zu lernen. Ich bin überzeugt, dass er nun bereit ist, den letzten Schritt zu machen und sein grosses Talent zu zeigen.“

Gutiérrez‘ Rolle als Test- und Ersatzfahrer übernimmt nun der 21-jährige Holländer Robin Frijns. „Wir halten ihn für aussergewöhnlich begabt und haben ihm deshalb diese Chance gegeben. Wir werden ihn nun Schritt für Schritt an die Formel 1 heranführen“, erklärt Kaltenborn.

Nico Hülkenberg (25) geht in seine dritte Saison als Einsatzpilot in der Formel 1. 2010 war er in Diensten von Williams, 2012 fuhr er für Force India. „Das Sauber F1 Team“, so der Deutsche, „hat sich in der Saison 2012 gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich gesteigert und ist nun bereit, den nächsten Schritt zu machen. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen. Mein persönliches Ziel ist eine konstante und gute Saison zu fahren“

Esteban Gutiérrez (21) gewann in der Saison 2010 überlegen die GP3-Meisterschaft und wechselte anschliessend in die GP2, die er im vergangenen Jahr auf Rang drei abschloss: „Ich freue mich sehr auf meine erste Saison in der Formel 1“, blickt der Mexikaner nach vorne. „Durch meine langjährige Bindung zum Sauber F1 Team hatte ich Gelegenheit, die Komplexität der Formel 1 zu verstehen. Aber ich weiss natürlich auch, dass es für mich noch  eine Menge zu lernen gibt. Vor allem zu Beginn der Saison werde ich alles daran setzen, mich so schnell wie möglich an das Umfeld zu adaptieren. Und wenn sich in den Rennen Möglichkeiten bieten, dann will ich bereit sein, diese maximal zu nutzen.“

Test- und Ersatzfahrer Robin Frijns (21) war im vergangenen Jahr in der World Series by Renault im Einsatz und schloss diese mit dem Gewinn des Meistertitels ab. „Ich freue mich sehr, dass mir das Sauber F1 Team diese Chance bietet. Ich werde alles tun, um das Team bestmöglich zu unterstützen und gleichzeitig lernen, wie in der professionellen Welt der Formel 1 gearbeitet wird“, sagt der Holländer.

Sauber C32-Ferrari – die Technik

Die technischen Regeln haben sich im Hinblick auf die Saison 2013 kaum geändert, und dennoch unterscheidet sich der neue Sauber C32-Ferrari von seinem Vorgänger optisch ganz erheblich. Verantwortlich dafür sind die harmonisch leicht nach unten gezogene Frontnase sowie vor allem die sehr viel schmaler gewordenen Seitenkästen.

Matt Morris, Chefdesigner des Sauber F1 Teams, erklärt: „Mit dem C31 hatten wir ein ausgesprochen wettbewerbsfähiges Auto mit vielen Stärken. Unser Ziel war es, diese weiter zu verbessern und die wenigen Schwächen zu eliminieren.“

Dass der C32 eine ganz spezielle Optik besitzt, dafür sind die Seitenkästen verantwortlich, die deutlich schmaler sind, als das bisher bei Formel-1-Fahrzeugen üblich war. „Der Luftstrom in diesem Bereich hat einen grossen Einfluss auf alles, was im hinteren Bereich des Fahrzeugs geschieht“, lässt sich Matt Morris ein wenig in die Karten schauen.

Eine hohe Priorität im Lastenheft der Entwickler hatte ein extrem schlankes Heck. Voraussetzung dafür ist u.a. eine entsprechende Kühleranordnung. Diese unterscheidet sich denn auch ganz erheblich von jener des C31. Ein Blick auf den Heckbereich des neuen Renners zeigt, mit welcher Konsequenz dieses Thema angegangen wurde.

Wie gewohnt, stammen KERS (Kinetic Energy Recovery System), Motor und Getriebe von Ferrari. Das KERS basiert auf der Version aus dem Vorjahr, wurde jedoch sowohl in Bezug  auf Volumen als auch Gewicht optimiert.

Völlig neu ist die Hinterachse. Sie funktioniert zwar weiterhin nach dem Pullrod-Prinzip, ihr Layout wurde jedoch so gestaltet, dass der Luftstrom im Heckbereich nur minimal gestört und die Reifennutzung weiter verbessert wird.

Verbesserungspotenzial gab es zudem bei der Reifennutzung im Qualifying. Dazu Matt Morris: „Im vergangenen Jahr war unser Auto sehr gut, wenn es darum ging, die Reifen im Rennen zu schonen. Aber wir hatten ab und zu Probleme damit, im Qualifying das Maximum herauszuholen. Dieses Phänomen haben wir genau untersucht und entsprechende Massnahmen getroffen.“

Hohe Priorität hatte auch die Reduktion des Gewichts, um eine bessere Verteilung des Ballasts zu ermöglichen, dies unter Beibehaltung der Verwindungssteifigkeit der einzelnen Komponenten. „Meine Kollegen haben hier ausgezeichnete Arbeit geleistet. Wir konnten sogar unsere ursprünglich gesetzten Ziele übertreffen“, lobt Morris.

Wie bereits im vergangenen Jahr wird das Sauber F1 Team mit einer Basis-Version zum Roll-out antreten, um dann noch vor dem ersten Rennen eine Reihe von Updates zu bringen.

„Wir haben uns mit dem Sauber C32-Ferrari hohe Ziele gesetzt, und ich bin zuversichtlich, dass wir diese auch erreichen können. Mit dem C31 besassen wir eine sehr gute Basis, die wir nun weiter verbessert haben. Wir wollen 2013 ein Fahrzeug an den Start bringen, das vom ersten Rennen an konkurrenzfähig ist, das aber gleichzeitig noch viel Potenzial für weitere Entwicklungen besitzt“, fasst Matt Morris zusammen.

QUELLE: SAUBER F1 TEAM