Der Grosse Preis von Europa 2012 auf dem Stadtkurs von Valencia war ein Thriller, ereignisreich von der ersten bis zur letzten Runde. Sauber F1 Team Fahrer Kamui Kobayashi gelang ein fantastischer Start, er lag im ersten Viertel des Rennens an vierter Position mit besten Aussichten auf einen Podestplatz. Dann jagte ein Zwischenfall den nächsten, und schliesslich fiel er nach 34 Runden aus. Sein Teamkollege, Sergio Pérez, kämpfte sich unterdessen vom 15. Startplatz aus nach vorn. Er war mit einer Zweistopp-Strategie unterwegs und hatte mit seinem letzten frischen Satz weicher Reifen am Schluss 32 Runden zu fahren.

 

Sergio Pérez: 9.

Sauber C31-Ferrari (Chassis 02/Ferrari 056)

Start auf neuen Medium-Reifen, nach 10 Runden Wechsel auf gebrauchte weiche Reifen, nach 25 Runden Wechsel auf neue weiche Reifen.

„Das war heute ein sehr schwieriges Rennen. Wir haben mit unserer Strategie einiges riskiert, und am Ende haben die Reifen extrem abgebaut. Man kann sagen, dass es ja gar nicht so schlecht ist, vom 15. Startplatz aus zwei Punkte zu holen. Aber das Wichtigste ist jetzt, dass wir unsere Leistung im Qualifying weiter verbessern. Ich bin zum zweiten Mal hintereinander als 15. losgefahren. Wenn ich nur weiter vorne starten würde, wäre da viel mehr zu holen.”

 

Kamui Kobayashi: Ausfall (Kollision Runde 34)

Sauber C31-Ferrari (Chassis 01/Ferrari 056)

Start auf gebrauchten weichen Reifen, nach 14 Runden Wechsel auf gebrauchte weiche Reifen, nach 20 Runden Wechsel auf neue Medium-Reifen. 

„Was für ein Rennen, ich bin sehr enttäuscht. Ich hatte einen wirklich guten Start von meinem siebten Platz aus. Ich konnte gleich zwei Plätze gutmachen und dann in der ersten Runde noch Pastor Maldonado überholen. Ich war Vierter, und alles sah gut aus. Dann hatten wir bei meinem ersten Stopp nach 14 Runden ein Problem mit dem Wechsel des linken Vorderrades. Danach war ich erst einmal Elfter, aber da hatte ich noch gute Chancen. In der 20. Runde fuhr ich hinter Kimi Räikkönen, der seinerseits Bruno Senna überholte. Dann war ich innen neben Senna. Da ist eine Mauer, er liess mir keinen Platz. Unsere Autos berührten sich, und ich musste an die Box, um eine neue Fahrzeugnase zu holen. Später, nach der Safety-Car-Phase und der Rennfreigabe, kämpfte ich mit Felipe Massa. Unsere Autos berührten sich, und diesmal war der Schaden zu gross, um weiterzufahren.“

 

Peter Sauber, Teamchef:

„Aus meiner Sicht was das heute ein Rennen der verpassten Chancen. Es lief einiges gegen uns, und am Ende blieben uns die zwei Punkte, die Sergio einfahren konnte. Kamui hatte Pech, dass ihn Senna berührte und er seine ausgezeichnete Leistung aus dem Qualifying nicht nutzen konnte.“

 

Giampaolo Dall’Ara, Leitender Ingenieur an der Rennstrecke:

„Kamui legte eine sehr gute erste Runde hin und kam als Vierter zurück, entsprechend gut sah es für ihn aus. Doch bei seinem ersten Boxenstopp verloren wir Zeit mit dem vorderen linken Rad. Als Folge davon konnte ihn Kimi Räikkönen in den Boxen überholen und dann anschliessend auch Fernando Alonso. Dann berührte ihn Bruno Senna, und er musste erneut zur Box. Ein unglücklicher Moment, denn kurze Zeit später kam das Safety Car auf die Strecke. Anschliessend hatte er einen Zwischenfall mit Felipe Massa und musste wegen den Beschädigungen am Auto aufgeben. Sergio seinerseits startete auf den Medium-Reifen. Zu Beginn hing er hinter Senna fest. Um ihn aus dem Verkehr zu befreien, riefen wir ihn schon nach zehn Runden, früher als geplant, zum ersten Stopp. Der zweite Satz Reifen, jetzt die weichen, baute schneller ab als erwartet, deshalb mussten wir Sergio nach 25 Runden bereits wieder zur Box holen. Drei Runden später ging das Safety Car auf die Strecke, das wäre natürlich die bessere Möglichkeit gewesen. Danach war der Plan, mit diesen weichen Reifen bis ins Ziel zu fahren. Wir wussten, dass das ambitioniert war, und am Ende konnte er sich mit den abgenutzten Pneus auch nicht mehr gegen Michael Schumacher und Mark Webber verteidigen. Unterm Strich war das heute ein sehr schwieriges Rennen.“

 

QUELLE: SAUBER F1 TEAM