Das Sauber F1 Team feiert seinen zweiten Podestplatz in dieser Saison. Nachdem Sergio Pérez von Startplatz 15 losgefahren war, ist sein dritter Platz beim Grossen Preis von Kanada eine Sensation. Der junge Mexikaner bestritt das Rennen mit einer Ein-Stopp-Strategie. Er startete mit der weichen Reifenmischung und wechselte nach 41 der 70 Rennrunden auf die superweichen Reifen. Aus diesem Reifensatz holte er das Beste heraus und überholte in der Schlussphase ein Auto nach dem anderen. Sein Teamkollege, Kamui Kobayashi, war von einer etwas besseren Position gestartet, nachdem er sich als Elfter qualifiziert hatte, doch der Japaner hatte praktisch nie freie Bahn. Das Team änderte seine Rennstrategie von ursprünglich geplanten zwei Stopps auf nur einen, Kobayashi blieb 46 Runden lang auf demselben Satz weicher Reifen. Er kam als Neunter ins Ziel und steuerte damit zwei weitere WM-Punkte zu einem grossartigen Teamergebnis bei. Das Sauber F1 Team hat nun 58 Punkte und verbesserte sich auf Platz sechs in der Konstrukteurs-WM der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft.

Sergio Pérez: 3.
Sauber C31-Ferrari (Chassis 04/Ferrari 056)
Start auf neuen weichen Reifen, nach 41 Runden Wechsel auf neue superweiche Reifen.
„Wenn man als 15. startet und es kein Regenrennen oder sonstiges Chaos gibt, rechnet man natürlich nicht mit einem Podestplatz. Wir sind das Rennen heute ziemlich aggressiv angegangen. Die Strategie und der Boxenstopp waren sehr gut und ich konnte ein paar Autos überholen. Ich habe gemerkt, dass sich der Reifenabbau bei mir in Grenzen hielt, und so konnte ich mit meinem Speed ganz gut haushalten. Wir haben ein schnelles Auto, aber seit dem Rennen in Malaysia haben wir immer wieder irgendwelches Pech gehabt und dann gestern auch noch dieses enttäuschende Qualifying. Das heutige Ergebnis ist ein toller Lohn und ein frischer Motivationsschub für alle im Team, die so hart arbeiten. Das letzte Mal, dass ich Punkte geholt habe, war ich auch auf dem Podium. Ich finde, das ist eine sehr angenehme Art und Weise. Dass wir hier in Montreal nicht so weit weg von meiner Heimat sind und viele Mexikaner zum Rennen gekommen sind, hat die Podiumszeremonie für mich noch einmal schöner gemacht. Ich freue mich sehr für die ganze Mannschaft.“

Kamui Kobayashi: 9.
Sauber C31-Ferrari (Chassis 03/Ferrari 056)
Start auf neuen superweichen Reifen, nach 24 Runden Wechsel auf neue weiche Reifen.
„Mein Auto war gut heute, und das Team verdient dieses prima Ergebnis. Wir hatten für mich zwei Stopps vorgesehen, es stellte sich aber heraus, dass eine Ein-Stopp-Strategie möglich und sogar schneller war. Ich bin auf den superweichen Reifen losgefahren und bin nach meinem Stopp dann 46 Runden mit einem Satz der weichen Reifen gefahren. Als der Zustand der Reifen noch okay war, war ich schnell unterwegs. Am Ende war es nicht mehr einfach, mit den Reifen klarzukommen, aber mein entscheidendes Problem heute war, dass ich im Verkehr steckenblieb. So war Platz neun das Beste, was ich von Startplatz elf aus erreichen konnte.“

Peter Sauber, Teamchef:
„Was für ein herausragendes Rennen. Es ist schier unglaublich, dass ein Fahrer von Startplatz 15 aus auf das Podium fährt, ohne dass es im Rennen irgendwelche ganz besonderen Umstände gibt. Sergio hat heute sein Meisterstück abgeliefert. Kamui hatte Pech, weil er keine freie Fahrt hatte, aber auch er hat Punkte geholt. In letzter Zeit war es uns mehrfach nicht gelungen, unser Potenzial in Resultate umzusetzen. Aber heute haben wir gezeigt, dass wir ein grossartiges Team sind. Ich bedanke mich bei allen, die diesen Erfolg mit ihrer Arbeit ermöglicht haben.“

Giampaolo Dall’Ara, Leitender Ingenieur an der Rennstrecke:
„Es ist schwierig, nach diesem emotionalen Rennen die richtigen Worte zu finden. Vor dem Rennen stand ein grosses Fragezeichen, denn keiner wusste, wie sich die Reifen bei der Hitze verhalten würden. Vor allem deshalb haben wir unsere beiden Autos mit unterschiedlichen Strategien ins Rennen geschickt. Ich habe vermutet, dass zwei Stopps die bessere Wahl wären. Für Kamui hatten wir einen kürzeren ersten Rennabschnitt geplant, aber als wir realisierten, dass die Reifen recht gut hielten, haben wir den Stopp hinausgezögert. Leider kam er nach diesem Stopp hinter Paul di Resta auf die Strecke und blieb dort stecken. Wenn er hätte sein eigenes Tempo fahren können, wäre sein Resultat natürlich besser ausgefallen. Bei Sergio, der auf der härteren der beiden Reifenmischungen startete, entschieden wir uns für einen langen ersten Rennabschnitt, wobei wir noch nicht wussten, ob ein Stopp ausreichen würde. Aber das hat alles prima funktioniert, und wir haben ihn nach 41 Runden an die Box geholt. Bei dem Stopp haben wir ihn an Kimi Räikkönen vorbeigebracht, und dann konnte er noch ein paar Konkurrenten angreifen, bei denen die Reifen abbauten. Er hat ein paar Überholmanöver gezeigt, aber der Schlüssel für seinen Erfolg war, dass er mit den Reifen sehr gut umging. Das ist eine von Sergios Stärken. Er ist ein fantastisches Rennen gefahren. Das Ergebnis ist für das ganze Team ein wohlverdienter Lohn.“

 

QUELLE: SAUBER F1 TEAM