Das Sauber F1 Team freut sich riesig über einen zweiten Platz im turbulenten und schwierigen Grossen Preis von Malaysia. Sergio Pérez erzielte im Sauber C31-Ferrari in Sepang den ersten Podestplatz in seiner jungen Formel-1-Karriere. Pérez war als Neunter gestartet und als einer von nur zwei Fahrern bereits nach der ersten Runde zum Wechsel von Intermediate-Reifen auf Regenreifen an die Box gekommen. Wegen Starkregens wurde das Rennen nach neun Runden für 51 Minuten unterbrochen. Dank der guten Teamstrategie war Pérez beim Neustart Dritter in der Startaufstellung. Er fuhr ein starkes Rennen, jagte den späteren Sieger Fernando Alonso und wurde schliesslich Zweiter.   

 

Für seinen Teamkollegen Kamui Kobayashi ging der Poker mit dem Wetter weniger gut aus. Das Team hatte zur Chancenmaximierung auf geteilte Strategien gesetzt. Kobayashi musste nach einem hervorragenden Start dem Regen länger auf Intermediate-Reifen trotzen. Vor seinem Boxenstopp zum Wechsel auf Regenreifen hatte er an neunter Position gelegen, zum Neustart reihte er sich nur als 16. ein. Nach 47 Runden fiel er wegen Bremsproblemen aus.

 

Sergio Pérez: 2.

Sauber C31-Ferrari (Chassis 03/Ferrari 056)

Start auf Intermediates, nach 1 Runde Regenreifen, Neustart auf neuen Regenreifen, nach 15 Runden Intermediates, nach 41 Runden harte Trockenreifen

„Das ist ein grossartiger Tag für mich. Das Team hat sehr gute Arbeit geleistet, und ich freue mich sehr für die Jungs. Es ist ein sehr schönes Gefühl, auf dem Podium zu stehen, aber ich denke, der Sieg war auch in Reichweite. Zwei Mal im Rennen habe ich zu Fernando (Alonso) aufgeschlossen. Im letzten Rennabschnitt, als ich auf den harten Trockenreifen fuhr, baute der Gummi stark ab. Es war nicht einfach, ich bin von der Strecke abgekommen und habe einen Randstein getroffen. Ich hatte Glück, nicht abzufliegen. Zuvor hatte Fernando genau die perfekte Runde für den Wechsel auf Trockenreifen erwischt. Ich kam eine Runde später zur Box, und dabei habe ich wieder etwas Zeit auf ihn verloren. Es war heute unheimlich schwierig, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen, und ich möchte meinem Team für das gute Timing danken. Sie haben mich immer zur richtigen Zeit an die Box gerufen, vor allem der Stopp nach der ersten Runde war wichtig. Und es war auch richtig, am Ende die harte Reifenmischung zu nehmen, mit der Medium-Mischung kamen wir hier nicht gut zurecht. Es war erst das zweite Rennen 2012, und ich denke, vor uns liegt eine grandiose Saison. Ich wusste, dass wir heute Potenzial zum Kämpfen hatten. Unser Auto ist nicht allzu weit weg von der Spitze, und unter solchen Bedingungen wie heute können eine gute Crew und der Fahrer auch einen Unterschied machen.“

 

Kamui Kobayashi: Ausfall nach 47 Runden an 13. Position (Bremsprobleme)

Sauber C31-Ferrari (Chassis 01/Ferrari 056)

Start auf Intermediates, nach 5 Runden Regenreifen, Neustart auf neuen Regenreifen, nach 13 Runden Intermediates, nach 40 Runden Medium-Trockenreifen

„Es ist toll für unser Team, dass wir heute so viele Punkte geholt haben. Aber für mich persönlich war das Rennen natürlich enttäuschend. Ich hatte lange Bremsprobleme, und deshalb musste ich auch nach 47 Runden aufgeben. Abgesehen davon hat die Strategie für mich nicht funktioniert, was man natürlich im Nachhinein immer besser weiss. Ich hatte einen guten Start, aber dann musste ich sehr lange auf den Wechsel von Intermediate- zu Regenreifen warten. Es war nicht so einfach, das Auto auf der Strecke zu halten. Und kaum hatte ich gewechselt, kam die rote Flagge raus. Aber das wusste ja niemand vorher. Später im Rennen hätte ich so gerne Trockenreifen gehabt, aber das Team hat mit weiterem Regen gerechnet. Also wurde ich die Intermediates wieder nicht los.“

 

Peter Sauber, Teamchef:

„Was für ein tolles Resultat! Sergio fuhr absolut grossartig und wuchs förmlich über sich hinaus. Am meisten überrascht hat mich die Tatsache, dass er unter allen Bedingungen zu den schnellsten Piloten auf der Strecke zählte – ob mit Regenreifen, Intermediates oder Trockenreifen. Rundenlang war er Schnellster insgesamt. Das zeigt das grosse Potenzial des Autos. Ein ganz besonderes Kompliment gilt Giampaolo Dall’Ara und seinem Team, die eine sehr gute Strategie entwickelt hatten. Danke auch an alle Mitarbeiter in Hinwil. Es tut mir sehr leid für Kamui, der aufgrund eines technischen Defekts aufgeben musste. Dennoch war es ein fantastischer und wichtiger Tag für das Team.“

 

Giampaolo Dall’Ara, Leitender Ingenieur an der Rennstrecke:

„Das war ein sehr starkes Rennen für unser Team. Wir haben im Falle von Sergio die Wettersituation richtig beurteilt und holten ihn schon nach einer Runde an die Boxen, um von Intermediates auf Regenreifen zu wechseln. Den Rest besorgte dann Sergio. Er fuhr sowohl bei nassen wie auch bei abtrocknenden Bedingungen extrem schnell. Für Kamui war es ein unglückliches Rennen. Zuerst liessen wir ihn zu lange draussen, weil  die Möglichkeit eines erneuten Regenschauers da war, doch diese Einschätzung war falsch. Anschliessend musste er mit einem Leck im Bremssystem aufgeben, was uns für ihn sehr leid tut. Wir werden das genau analysieren. Nichtsdestotrotz war es eine grossartige Leistung und ein fantastisches Resultat.“

 

QUELLE: SAUBER F1 TEAM