Am heutigen Montag stellt das Sauber F1 Team sein neues Fahrzeug für die FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2012 vor. Die Piloten Kamui Kobayashi (25) und Sergio Pérez (22) enthüllen den Sauber C31-Ferrari auf der Rennstrecke im spanischen in Jerez de la Frontera, wo am Dienstag die offiziellen F1-Testfahrten beginnen. Für Filmaufnahmen wird der der C31 bereits heute seine ersten Runden drehen.

 

Ziele & Wege

 

Das Sauber F1 Team nimmt seine 20. Saison in der FIA-Formel-1-Weltmeisterschaft mit unveränderter Fahrerbesetzung in Angriff. Mit Kamui Kobayashi, Sergio Pérez und Ersatzmann Esteban Gutiérrez im neuen Sauber C31-Ferrari will sich die Schweizer Mannschaft 2012 weiter steigern. Teamchef Peter Sauber gibt vor: „Wir wollen die kommende Saison so stark beginnen wie die vergangene und dieses Niveau dann über das ganze Jahr halten. Ziel ist, regelmässig Punkte zu sammeln, damit wir uns in der WM deutlich verbessern.“

 

Das Team von Peter Sauber ist das viertälteste der bestehenden Formel-1-Teams. 2011 hatte für den traditionsreichen Rennstall stark begonnen, zur Saisonmitte war die Formkurve eingeknickt, nachdem das Team bei einer umstrittenen Technologie nicht mitgezogen war. Sauber: „Der Sauber C31-Ferrari verfügt über zahlreiche und vielversprechende Neuerungen, in anderen Bereichen ist er eine konsequente Weiterentwicklung seines Vorgängers.“

 

Sauber ergänzt: „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit unseren ebenso jungen wie talentierten Piloten. Kamui steht vor seiner dritten F1-Saison. Im vergangenen Jahr haben wir ihm bereits eine Führungsrolle im Team abverlangt, daran ist er weiter gereift. Sergio hat seine Rookie-Saison nun hinter sich und geht in sein zweites Jahr, was oft das schwierigste in einer Formel-1-Karriere ist. Beide Fahrer haben grosses Potenzial und werden dies in der Zusammenarbeit mit denselben Renningenieuren wie 2011 weiter entfalten. Esteban bestreitet hauptamtlich seine zweite GP2-Saison und hat spätestens beim Test im November bewiesen, dass er auch einen Grand-Prix-Einsatz übernehmen könnte, falls dies erforderlich wäre.“

 

Jung & schnell

 

Vor allem mit seinen beherzten und fairen Überholmanövern ist Kamui Kobayashi (25) in der Formel 1 sofort zum Publikumsliebling avanciert. Der sympathische Japaner sagt: „2012 wird nicht nur meine dritte Saison in der Formel 1, sondern auch die dritte mit demselben Team. Wir haben eine Menge miteinander erlebt und können unsere gemeinsamen Erfahrungen nutzen. Im ersten Jahr hatten wir einen schlechten Start, aber eine gute zweite Saisonhälfte. Im zweiten Jahr war es genau andersherum. Im dritten Jahr sollten wir kontinuierlich und zuverlässig Punkte holen. Ich freue mich sehr auf die neue Saison mit dem Sauber F1 Team.“

 

Sergio Pérez (22) will umsetzen, was er 2011 in seiner turbulenten und viel beachteten Rookie-Saison gelernt hat: „Mein erstes Formel-1-Jahr fühlte sich an wie drei Jahre, weil es so viel Neues zu erfassen gab“, sagt der Mexikaner. „Jetzt bin ich in der Formel 1 angekommen. Ich will mich 2012 auf jeden Fall steigern und regelmässig bessere Ergebnisse erzielen.“

 

Für Esteban Gutiérrez (20) stehen die Rennen in der GP2-Serie im Vordergrund. „Parallel“, sagt der zweite Mexikaner im Team, „freue ich mich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Sauber F1 Team. Ich lerne viel dabei, die Professionalität und Intensität der Teamarbeit derart integriert mitzuerleben und analysieren zu können. Das ist eine gute Vorbereitung für mich.“

 

Frisch & evolutionär

 

„Der Sauber C31-Ferrari ist in jenen Bereichen revolutionär, wo wir frische Ideen einbringen konnten, was insbesondere den Heckbereich des Fahrzeugs betrifft“, sagt Matt Morris. Der Chefdesigner erklärt weiter: „Evolutionär ist das Auto dort, wo wir wussten, dass wir auf den bestehenden Lösungen aufbauen konnten. Es galt, die Schwächen, die wir beim Vorgänger identifiziert hatten, auszumerzen und gleichzeitig dessen Stärken beizubehalten.“

 

Die Ingenieure haben sich beim Design der Frontpartie wieder für eine grundsätzlich hohe Nase entschieden. Gemäss dem neuen Reglement muss diese jedoch in ihrem vorderen Bereich aus Sicherheitsgründen niedriger sein. Beides zusammen mündete in eine erkennbar neue Formgebung.

 

Bei der Vorderradaufhängung des C31 handelt es sich um ein klassisches Layout mit Druckstreben und hoch liegenden Dreiecksquerlenkern.

 

Der Bereich unterhalb der Seitenkästen wurde so gestaltet, dass mehr Spielraum für aerodynamische Entwicklungen bleibt. Die Anordnung der Kühler basiert auf der Lösung des Sauber C30. Sie erlaubt, den voluminösen Teil der Kühler möglichst weit nach vorne zu bringen, was wiederum die Gestaltung eines besonders schlanken Hecks ermöglicht.

 

Eine bekannte Grösse ist der Ferrari-Motor, an den das völlig neue Karbongetriebe angeflanscht ist, das ebenfalls von Ferrari stammt. Das längs eingebaute Aggregat ist besonders schlank und aufgeräumt. Der gesamte Heckbereich des Fahrzeugs ist ausnehmend kompakt gestaltet, was durch das Design des Getriebes unterstützt wird. Zudem haben die Ingenieure im Areal des hinteren Unterbodens neue Wege eingeschlagen. Die Position der Auspuff-Endrohre ist genau reglementiert, was einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung der Heckpartie hatte.

 

Bei der Hinterradaufhängung handelt es sich jetzt um eine Version mit Zugstrebe. Diese ist sehr lang und führt zum vorderen Bereich des Getriebes. Die Dreiecksquerlenker verfügen über eine sehr weite Spreizung. Trotz des Wechsels von der Druckstrebe zur Zugstrebe ist die Kinematik ähnlich ausgelegt wie beim Vorgängermodell.

 

Abschliessend gibt Morris einen ersten Einblick in die weiteren Schritte nach dem Roll-out: „Wir wollen zu Beginn eine vergleichsweise einfache Version des C31 einsetzen, die bereits vor einiger Zeit definiert wurde. In den kommenden Wochen werden wir zahlreiche Entwicklungskomponenten erproben und dann vor dem ersten Rennen am 18. März in Australien ein umfangreiches Update lancieren. Deshalb wird das Auto in Melbourne bereits erheblich anders aussehen als die Roll-out-Version.“

QUELLE: SAUBER F1 TEAM