Sauber F1 Team Pilot Sergio Pérez hat eine ereignisreiche Debütsaison in der Formel 1 hinter sich. Der erste F1-Pilot aus Mexiko seit über 30 Jahren musste hohem Erwartungsdruck standhalten, sich in einer neuen Welt zurechtfinden und einen schweren Unfall verkraften.  Der 21-Jährige blickt auf die Höhen und Tiefen zurück. Bei 17 Starts holte er fünf Mal WM-Punkte, mit am Ende 14 Zählern belegte er Platz 15 im Klassement der Fahrer.

 

Sind Sie zufrieden mit Ihrer Rookie-Saison?

 

Sergio Pérez: „Ich bin zufrieden mit dem Speed, den ich hatte, aber ich bin nicht zufrieden mit den Resultaten und Punkten. Wegen meines Unfalls habe ich auch zwei Rennen versäumt, Monaco und Kanada, in denen das Auto und das Team sehr stark waren. Nachdem ich zurückgekommen war, hat es zusätzlich noch ein paar Rennen gedauert, bis ich wirklich wieder hundertprozentig aufgestellt war. Dennoch, wenn ich meine bisherigen Leistungen in der Formel 1 insgesamt betrachte, kann ich mit meiner Rookie-Saison wohl zufrieden sein.“

 

 

Wie haben Sie den Unfall von Monaco körperlich und mental verarbeitet?

 

SP: „Physisch musste ich abwarten. Das war nicht einfach, aber wichtig. Als ich in Kanada im freien Training fuhr, habe ich realisiert, welche Schwierigkeiten ich hatte. Mir wurde schwindlig, ich konnte unmöglich fahren. Zwei Wochen später in Valencia habe ich mich schon deutlich besser gefühlt und konnte teilnehmen. In Silverstone und auf dem Nürburgring ging es wiederum besser, aber ich habe erst in Budapest gefühlt, dass ich den Unfall vollständig überwunden hatte. Der Aufprall war sehr heftig gewesen, und ich musste lernen, dass es Zeit braucht, um eine Gehirnerschütterung auszukurieren. Mental war es auch ein Schock. Es hat mir sehr geholfen, danach zu Hause in Mexiko sein zu können. Die gründliche Vorbereitungsarbeit für die Rückkehr auf die Rennstrecke war wichtig.“

 

Was war das Schwierigste beim Umstieg von der GP2 in die Formel 1?

 

SP: „Die Formel 1 ist eine komplett andere Welt. Wenn man da hineinkommt, ist alles neu. Die Anzahl der Menschen, mit denen man arbeitet, das Niveau der Arbeit und auch der Arbeitsumfang. Jedes Detail ist wichtig, innerhalb wie ausserhalb des Autos. Das Medieninteresse ist gross, und alles zusammen hat auch Einfluss auf das Privatleben. Es ist unmöglich, einen einzigen Aspekt herauszupicken. Man muss das gesamthaft betrachten.“

 

Was waren sportliche Höhepunkte für Sie?

 

SP: „Für mich war der GP Japan mein stärkstes Rennen. Ich bin die zweitschnellste Rennrunde gefahren und konnte ein paar Autos überholen. Die Strategie des Teams hat sehr gut funktioniert. Nach diesem Rennen war ich wirklich sehr zufrieden.“

 

Wie stark haben Sie sich unter Druck gefühlt?

 

SP: „Ich habe in meiner ganzen bisherigen Laufbahn viel Druck gespürt, aber in der Formel 1 betritt man eine andere Ebene. Im Winter haben die Leute gesagt, ich sei ein Bezahlfahrer, und es war gut zu beweisen, dass diese Einschätzung falsch war. Es gab viele Höhen und Tiefen während der Saison. Die Unterstützung des Teams hat mir immer sehr geholfen, zuversichtlich zu bleiben.“

 

Was haben Sie 2011 für 2012 gelernt?

 

SP: „Eine Menge. Es ist wichtig, geduldig zu sein, fokussiert zu bleiben und immer hundert Prozent zu geben. Man muss sich ständig in jeder Hinsicht verbessern und immer bereit sein, sich Situationen anzupassen. Wenn die Umstände es beispielsweise erfordern, den Fahrstil umzustellen, muss man das eben tun.“

 

 

 

 

Wo und wie werden Sie Weihnachten und den Jahreswechsel verbringen?

 

SP: „Es war ein umtriebiges Jahr, und es ist noch nicht vorbei. Vor Weihnachten fliege ich noch in die Schweiz für einige Vorbereitungen in der Fabrik, dann kehre ich zurück nach Mexiko. Ich will über Weihnachten Zeit mit meiner Familie verbringen und etwas am Strand entspannen. Zum Silvester feiern reise ich innerhalb Mexikos noch einmal woanders hin.“

 

QUELLE: SAUBER F1 TEAM