Für das Sauber F1 Team war der Grosse Preis von Italien ein Wechselbad der Gefühle: Zugunsten der Leistungsfähigkeit im Rennen war man im Qualifying Kompromisse eingegangen, die sich am Sonntag als goldrichtig erwiesen. Sergio Pérez war mit der härteren Reifenmischung von Platz 15 gestartet, lag stabil auf Platz sieben und hatte seinen einzigen geplanten Boxenstopp noch vor sich, als er in der 33. Runde mit einem Getriebeproblem ausfiel. Trotz der alten Reifen waren seine Rundenzeiten noch immer eindrucksvoll gewesen. Sein Ausfall war nicht die erste Enttäuschung für das Team: Bereits zehn Runden zuvor war Kamui Kobayashi in Monza seiner Chancen auf Punkte durch ein Getriebeproblem beraubt worden.

 

Sergio Pérez: Ausfall in Runde 33 (Getriebe)

Sauber C30-Ferrari (Chassis 02 / Ferrari 056)

Start auf der mittleren Reifenmischung.

„Von unseren bescheidenen Startplätzen aus waren wir im Rennen heute so gut unterwegs – und dann fallen wir beide aus, das ist wirklich hart. Ich war als 15. gestartet, und der Plan war, sehr lange mit den härteren Reifen zu fahren und am Ende nur kurz mit den weichen. Ab der 20. Runde lag ich an siebter Stelle. Ich hatte Platz nach vorne und Luft nach hinten, es sah alles gut aus. Aber dann konnte ich erst nicht mehr in den dritten Gang schalten und dann ging gar kein Gang mehr rein. Wir haben eine grossartige Gelegenheit verpasst, Punkte zu holen.“

 

Kamui Kobayashi: Ausfall in Runde 23 (Getriebe)

Sauber C30-Ferrari (Chassis 01 / Ferrari 056)

Start auf der mittleren Reifenmischung, nach einer Runde Wechsel auf gebrauchte weiche Reifen, nach 18 Runden Wechsel auf neue weiche Reifen

„Das ist für alle enttäuschend. Ich hatte keinen Vortrieb mehr, egal, welchen Gang ich anwählte. Für mich war das Rennen auch schon vorher schwierig. Ich bin mit einem frischen Satz der härteren Reifen gestartet, und natürlich wollte ich damit ganz lange fahren. Sergio hat später bewiesen, dass das möglich war. Aber nach dem Unfall in Kurve eins, in den einige Autos verwickelt waren, versuchte jeder, irgendwie zu bremsen und da nicht reinzufahren. Ich habe ein Auto berührt, das vor mir bremste. Danach war nicht nur der Frontflügel lose, sondern auch ein Vorderreifen beschädigt. Deshalb musste ich auf einen gebrauchten Satz der weichen Reifen wechseln. Somit war die Strategie ruiniert, aber ich war immer noch sehr zuversichtlich, Punkte zu holen. Es ist ein Jammer.”

Peter Sauber, Teamchef:

„Wir haben uns hier bewusst ganz auf das Rennen konzentriert und dafür Kompromisse im Qualifying in Kauf genommen. Unsere Leistungsfähigkeit heute hat bewiesen, dass dieser Ansatz genau richtig war. Wir waren schneller als unsere direkte Konkurrenz. Es wäre heute leicht gewesen, viele Punkte einzufahren, aber beide Piloten wurden durch Getriebeprobleme gestoppt, Kamui in Runde 23 und Sergio in Runde 33. Sergio ist ein hervorragendes Rennen gefahren und lag sicher auf Platz sieben. Die Einstopp-Strategie war für uns heute perfekt, und unser Auto war so schnell wie wir es erwartet hatten.“

 

Giampaolo Dall’Ara, Leitender Ingenieur an der Strecke:

„Wie erwartet war unsere Performance im Rennen deutlich besser als im Qualifying, und die Strategie war ebenfalls sehr gut. Sergio war auf einer Einstopp-Strategie, fuhr sehr konstant und hatte auch zu Beginn keine Probleme mit den mittelharten Reifen. Während 33 Runden fuhr er sehr gute Rundenzeiten. Er lag 15 Sekunden vor seinen direkten Konkurrenten, und wir warteten nur darauf, dass die ihre Boxenstopps erledigen würden, um dann dasselbe zu tun. Kamui mussten wir nach seinem Zwischenfall beim Start gleich an die Box holen. Wir wechselten dann auf eine Zweistopp-Strategie mit weichen Reifen. Das wäre bei ihm aufgegangen, doch dann machten uns die Getriebeschäden einen Strich durch die Rechnung.“

 

QUELLE: SAUBER F1 TEAM