Die Qualifikation zum Großen Preis von Monaco wurde von einem schweren Unfall von Sauber-Pilot Sergio Perez überschattet – Vettel auf Pole vor Button und Webber

Das Qualifying zum Großen Preis von Monte Carlo in Monaco wurde drei Minuten vor dem Ende von einem schweren Unfall von Sergio Perez überschattet. Der Sauber-Pilot verlor ähnlich wie Nico Rosberg am Vormittag Ausgangs des Tunnels bei rund 270 km/h die Kontrolle über sein Auto.

Zunächst krachte der 21-Jährige rechts in die Leitplanken und rutschte dann in Richtung der Schikane. Kurze Zeit später stellte sich das Auto unglücklich quer und krachte mit der rechten Seite im ungünstigen 90-Grad-Winkel in die spitze Barriere zwischen Rennstrecke und Notausgang.
Zahlreiche Pufferelemente aus Plastik bauten einen Teil der Bewegungsenergie ab, dennoch war der Aufprall sichtbar heftig. Der Mexikaner stieg nicht selbst aus dem Auto aus und wurde vom medizinischen Personal geborgen. Nach rund zehn Minuten wurde der Formel-1-Pilot mit einem Krankenwagen in das lokale Krankenhaus in Monte Carlo transportiert. Ersten Informationen zufolge ist der Formel-1-Neuling bei Bewusstsein, klagt über starke Kopfschmerzen und Schmerzen in einem Bein, hat ganz offenbar jedoch keine schweren Verletzungen davongetragen.

Um 15:35 Uhr Ortszeit wurde das Zeitenfahren bei noch verbleibenden 2:26 Minuten wieder von der Rennleitung freigegeben, nachdem das Streckenpersonal die Beschädigungen an der Strecke repariert hatte. Die sportliche Bedeutung des Qualifyings im Fürstentum geriet durch den schweren Unfall zur Nebensache. Auf dem engen Stadtkurs in Monaco herrscht chronisches „Überholverbot“. Unter normalen Umständen ist es sehr schwierig, einen Gegner im direkten Kampf auf der Strecke zu überholen, aus diesem Grund ist der Startplatz hier von großer Bedeutung.

Die Pole Position sicherte sich in 1:13.556 Minuten Sebastian Vettel im Red Bull vor Jenson Button im McLaren. Dahinter: Mark Webber (Red Bull), Fernando Alonso (Ferrari), Michael Schumacher (Mercedes), Felipe Massa (Ferrari) und Nico Rosberg (Mercedes). Dahinter jene Fahrer, die vor dem Perez-Unfall noch keine Zeit gefahren waren: Lewis Hamilton (McLaren), Nico Rosberg (Mercedes) und Pastor Maldonado (Williams) auf dem neunten Platz. Sergio Perez würde das Rennen am Sonntag als Zehnter starten.

Spannend war zu Beginn der Kampf des Mercedes-Teams gegen die Zeit bei der Fertigstellung des Autos von Nico Rosberg, der am Vormittag einen schweren Unfall hatte und sich das Auto dabei stark beschädigte. Noch während der erste Qualifying-Teil gestartet wurde, herrschte am Auto des Deutschen reger Reparaturbetrieb. Rund acht Minuten nach Beginn konnte Rosberg tatsächlich auf die Strecke gehen.

Bei HRT hingegen schaffte man es nicht, das Auto von Vitantonio Liuzzi rechtzeitig fertig zu bekommen, der sein Auto am Vormittag ebenfalls beschädigt hatte. Auch bei Teamkollege Narain Karthikeyan gab es Probleme, dessen Auto aufgebockt in der Garage stand. Keiner der beiden griff in das Zeitenfahren ein.

Nach dem ersten Teil des Qualifyings schieden die folgenden Fahrer aus: Heikki Kovalainen und Jarno Trulli (beide Lotus), Jaime Alguersuari (Toro Rosso), Timo Glock und Jerome D’Ambrosio (beide Virgin) sowie die „Zuschauer“ Narain Karthikeyan und Vitantonio Liuzzi (beide HRT).

Am Ende des zweiten Durchgangs mussten erneut sieben Piloten auf den Positionen elf bis 17 aussteigen und zuschauen: Witali Petrow (Renault), Rubens Barrichello (Williams), Kamui Kobayashi (Sauber), Paul di Resta und Adrian Sutil (beide Force India), Nick Heidfeld (Renault) sowie Sebastien Buemi (Toro Rosso).