Nach zwei freien Trainings bei unterschiedlichen Streckenbedingungen hat das Sauber F1 Team eine Menge Daten zu sichten. Beide Piloten waren mit Testteilen unterwegs: Kamui Kobayashi arbeitete mit neuen mechanischen Komponenten, Sergio Pérez probierte neue Aerodynamik-Teile aus. Freilich waren die Bedingungen nicht ideal, um daraus aussagekräftige Schlüsse zu ziehen. Das Vormittagstraining war das erste in dieser Saison, in dem beide Fahrer ausschliesslich Regenreifen verwendeten. Sobald die Autos mit Regenreifen oder Intermediates unterwegs sind, kann der verstellbare Heckflügel gemäss Reglement nicht genutzt werden. Im zweiten, trockenen 90-Minuten-Training belegte Pérez Platz neun, Kobayashi Platz 18.

 

Die Sauber C30-Ferrari waren nicht nur mit neuen Technik-Komponenten, sondern auch mit einer teilweise geänderten Beklebung unterwegs: Zwei Partner des Sauber F1 Teams stellen sich bei dem Rennen in Istanbul mit anderen Marken ihres jeweiligen Unternehmens dar. Anstatt Tequila Cuervo ist Cholula Hot Sauce zu lesen, und anstelle von disensa wirbt ein Hundekopf für Apasco.

 

 

 

Sergio Pérez:

Sauber C30-Ferrari (Chassis 03 / Ferrari 056)

1. Training: 22. / 1:55.791 min (13 Runden) / 2. Training: 9. / 1:27,844 min (32 Rd.)

„Ich habe das geplante Programm erledigt. Am Vormittag habe ich keine vernünftige Rundenzeit zusammenbringen können, weil ich Aerotests gefahren bin. Nach dem zweiten Training bin ich aber recht zuversichtlich. Wir müssen heute Abend die richtigen Schlüsse ziehen, und ich denke, wir können im Qualifying gut sein. Ich geniesse es auf jeder einzelnen Runde, durch die Kurve acht zu fahren. Es ist für mich das erste Mal hier mit einem F1-Auto, und es ist sensationell.“

 

Kamui Kobayashi:

Sauber C30-Ferrari (Chassis 04 / Ferrari 056)

1. Training: 6. / 1:40.421 min (16 Runden) / 2. Training: 18. / 1:29,637 min (27 Rd.)

„Am Vormittag habe ich mechanische Teile getestet. Es ist natürlich schade, dass das Wetter so schlecht war. Es ist sehr schwierig, die Dinge nach einem Test auf nasser Strecke zu beurteilen. Nichtsdestotrotz war es eine gute Erfahrung, die Regenreifen eine ganze Sitzung lang zu benutzen. Ich denke, Pirelli hat gute Arbeit geleistet, ich sehe keine Probleme, die Reifen sollten im Rennen in Ordnung sein. Im zweiten Training haben wir unser normales Programm erledigt, abgesehen von einem Hydraulikleck, das wir beheben mussten. Aber auch nach dem zweiten Training finde ich es schwer zu beurteilen, wie gut das Auto hier ist. Wir müssen heute Abend die Daten analysieren.“

 

James Key, Technischer Direktor:

„Heute haben wir das erste komplett nasse Training in diesem Jahr erlebt. Sergio hatte Aero-Testteile am Auto, die wir bei einem der nächsten Rennen einsetzen wollen. Kamui hatte mechanische Komponenten zum Testen an Bord. So weit wir das bisher unter den durchwachsenen Bedingungen beurteilen können, funktionieren die mechanischen Neuerungen gut, und wir werden damit am Samstag weiterfahren. Am Nachmittag haben wir auf trockener Strecke unser normales Programm erledigt, die Reifenmischungen verglichen und an der Abstimmung gearbeitet. Bei Sergio lief es im Grossen und Ganzen problemlos, und wir sind recht zufrieden mit dem Auto. Allerdings liegt das Auto bei langsamer Fahrt unruhig, das müssen wir angehen. Für Kamui waren die ersten Runden ganz in Ordnung, aber auf seiner Einführungsrunde mit den weichen Reifen gab es ein Hydraulikleck. Das Team hat super gearbeitet und das Auto so schnell repariert, dass Kamui noch ein paar Runden fahren konnte. Heute Abend werden wir alle Daten analysieren und sehen, wie wir uns für morgen verbessern können.“