Sergio Perez sorgt mit seiner Ein-Stopp-Strategie im Albert Park für eine faustdicke Überraschung – 35 Runden auf weichen Reifen waren nicht geplant

 

Sergio Perez ist beim Saisonauftakt in Melbourne ein wahrhafter Husarenritt gelungen. Der Mexikaner absolvierte bei seinem ersten Formel-1-Grand-Prix als einziger der 16 Piloten, die das Ziel erreichten, lediglich einen Boxenstopp. Perez startete auf der harten Pirelli-Mischung und wechselte nach 23 Runden auf einen bereits gebrauchten Satz weicher Reifen. Damit hielt der Sauber-Pilot bis zur Ziellinie durch, der er als Siebter überquerte. Nach dem Rennen wurden allerdings beide Sauber-Fahrzeuge wegen Unregelmäßigkeiten am Heckflügel aus der Wertung genommen.

Technikchef James Key war überrascht, dass es Perez so lange mit den abgefahrenen Gummis aushielt. „Wir hatten gedacht, dass wir vielleicht über 20 Runden mit den weichen Reifen würden fahren können. 25 vielleicht, wenn wir es wirklich ausreizen, also gegen Ende des Rennens, wenn die Strecke etwas besser und das Auto leichter ist“, sagte Key. „Wir sind also überrascht wie alle anderen, dass wir mit einem Stopp durchgekommen sind.“

Teamchef Peter Sauber bestätigte, dass Perez‘ Strategie spontan zustande kam. „Wir waren auf zwei oder sogar drei Stopps eingestellt. Aber die Zeiten blieben immer gleich! Im Gegenteil: Er wurde noch schneller und fuhr zwischendurch sogar mal die schnellste Runde. Dann haben wir gewartet“, meinte der Schweizer. Erst ab der 40. von insgesamt 58 Runden dämmerte es den Verantwortlichen an der Boxenmauer, dass sie es auch ohne einen weiteren Stopp ins Ziel schaffen könnten.

„Wir haben ihn über Funk gefragt: ‚Glaubst du, es ist möglich, zu Ende zu fahren?‘ Und er hat geantwortet: ‚Im Moment geht es gut.'“, schilderte Sauber. Und Key ergänzte: „Um Runde 45 wurde es dann offensichtlich, dass es tatsächlich reichen könnte, denn die Reifen ließen einfach nicht nach.“ Allerdings wurden die Bosse in den letzten fünf Runden, als Perez‘ Rundenzeiten schließlich doch nach oben gingen, dann doch etwas nervös.

„Wir haben ihm dann auch gesagt: ‚Pass auf, schau dass du die Kiste heimbringst!'“, erinnerte sich Sauber. Perez tat wie befohlen, rettete den Sauber C30 mit der Chassis-Nummer 01 mit 11,5 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Kamui Kobayashi ins Ziel. Der Japaner war vier Plätze vor Perez ins Rennen gestartet, legte allerdings auch einen Stopp mehr als der Rookie ein.

Laut Key war Perez‘ Performance „absolut außergewöhnlich“: „Wir wussten, dass er schnell sein würde, aber 35 Runden auf den weichen Rennen zu fahren, wovon wir vor dem Rennen nicht gedacht hatten, dass es möglich wäre, und das dann hinzubekommen, ist eine absolut herausragende Leistung.“ Das sah auch Sauber so: „Wir haben ihn ja schon in der GP2 beobachtet, wo er gute Arbeit geleistet hat. Auch bei den Wintertests waren wir zufrieden mit ihm. Das heute war aber außergewöhnlich.“