Die Entwicklung des Sauber-Teams ruht 2011 vorrangig auf den Schultern von Kamui Kobayashi – Sergio Perez darf sich an die Formel 1 gewöhnen

Statt auf Erfahrung zu setzen, vertraut Peter Sauber seine beiden C30-Rennwagen zwei Jungtalenten an: Kamui Kobayashi und GP2-Aufsteiger Sergio Perez gehen in diesem Jahr für das Sauber-Team an den Formel-1-Start. Unterschiedlicher könnte die Aufgabenverteilung im Rennstall aber nicht lauten, denn Perez soll sich in seiner Debütsaison erst einmal an die „Königsklasse“ gewöhnen.

Demnach muss Kobayashi den Löwenanteil stemmen, wenn es um die Entwicklung des Fahrzeugs geht – und das, obwohl der japanische Rennfahrer selbst erst eine komplette Saison hinter sich hat. Ein Risiko? „Ja und nein“, sagt Sauber gegenüber ‚Formula1.com‘. „Ich denke, Kamui ist nach der vergangenen Saison bereit dazu, einen Schritt nach vorne zu machen.“ Das sei auch erforderlich.

„Ich vertraue darauf, dass Kamui mit dieser Verantwortung umgehen kann und dass er genug Wissen gesammelt hat, um das Auto voran zu bringen“, meint Sauber. „Ihm ist bewusst: Es wird im Prinzip an ihm liegen, das Fahrzeug zu verbessern. Sergio braucht schließlich ein Jahr, um sich an die Formel 1 zu gewöhnen. Wir haben aber viel Erfahrung mit einem solchen Fahrerduo“, erklärt der Schweizer.

Sauber blickt zurück auf die jüngere Vergangenheit: „2001 war eines unserer besten Jahre. Damals eroberten wir die vierte Position in der Konstrukteurswertung – mit einem Nick Heidfeld in seiner erst zweiten Saison und mit einem Kimi Räikkönen, der sein Formel-1-Debüt gab.“ Man brauche sich also mit einer entsprechenden Aufstellung keineswegs verstecken, erläutert der langjährige Teameigner.

Außerdem sei Perez ein durchaus fähiger Fahrer: „Seine Ergebnisse in der GP2 sprechen für sich selbst. Das war der Grund, warum Telmex beschloss, ihn in die Formel 1 zu bringen“, sagt Sauber. „Sie sind überzeugt davon, dass er bereit ist. Wir teilen diese Ansicht. Ich weigere mich allerdings, ihn einen Bezahlfahrer zu nennen. Telmex kam mit dem Rennfahrer auf uns zu – nicht andersherum.“