Noch nie in ihrer 60 jährigen Geschichte hat die Formel 1 ein WM Finale wie das in Abu Dhabi erlebt. Die Situation, dass drei Fahrer im letzten Rennen um den Titel kämpften, gab es bisher schon neunmal. Zuletzt 2007, als Kimi Räikkönen sich noch an dem damaligen McLaren Duo Hamilton und Alonso vorbei schob. Ein finaler Vierkampf ist dagegen eine Premiere, auch wenn Hamiltons Chancen eigentlich nur noch theoretischer Natur sind. Vettel hat da schon bessere Karten, um pünktlich beim Finale erstmals in seiner Karriere die WM Führung zu übernehmen und Hamilton den Rekord des jüngsten Weltmeisters der Geschichte abzujagen. Allerdings ist der Red Bull Pilot auf fremde Schützenhilfe oder Pech von Alonso angewiesen. Denn auch, wenn Vettel in Abu Dhabi gewinnt, dürfte der in der WM Wertung führende Alonso bestenfalls Fünfter werden. Dann wären beide punktgleich (256) und hätten jeweils fünf Siege, zwei zweite und drei dritte Plätze auf dem Konto. Den Ausschlag zugunsten Vettels würde dann ein vierter Platz mehr (3:2) geben. Eine so enge WM-Entscheidung gab es noch nie, bislang war ein halber Punkt Vorsprung von Niki Lauda auf Alan Prost 1984 der knappste. Vettels Teamkollege Webber könnte in diesem Szenario mit Platz zwei in Abu Dhabi ebenfalls auf 256 Punkte kommen, hätte aber dann mit nur vier Saisonsiegen das Nachsehen. Ein zweiter Platz würde Vettel zum Titel reichen, wenn Alonso maximal Neunter und Webber bestenfalls Fünfter würde. Wird Vettel Dritter, ist er auf jeden Fall aus dem Rennen. Dass 3 Fahrer am Ende punktgleich sind, wäre eine Sensation und bislang einzigartig in der Formel 1! Möglicherweise könnte Vettel aber auch Webber den Weg zum Titel ebnen, indem er ihm einen eventuellen Sieg überliesse, falls Alonso nicht weit genug hinten landet. Webber wäre mit einem Sieg erstmals in seiner Karriere Weltmeister, falls Alonso maximal Rang drei belegt. Bei einem zweiten, dritten oder vierten Platz dürfte Vettel nicht gewinnen und Alonso höchstens Sechster, Siebter beziehungsweise Neunter werden. So weit aus Sicht mit der Red Bull Brille. Am einfachsten sind die Rechnungen für Spitzenreiter Alonso und Aussenseiter Hamilton. Alonso kann mit einem Sieg oder Platz zwei aus eigener Kraft alles klar machen, die Plätze drei und vier würden reichen, falls Webber nicht gewinnt, ein fünfter Rang, falls keiner der beiden Red Bull Piloten Erster wird. Hamilton müsste für seinen zweiten Titel selbst das Rennen gewinnen und hoffen, dass Alonso nicht in die Top 10 kommt, Webber maximal Sechster und Vettel bestenfalls Dritter wird. So viel zur Theorie… Abschied feiert Reifenhersteller Bridgestone – als Nachfolger steht Pirelli bereits in der Startlöchern. Anschliessend finden Testfahrten in Abu Dhabi mit Pirelli satt, ebenso dürfen auch einige ausgesuchte Nachwuchsrennfahrer bei fast allen Teams an den Start zum F1 Test. Weil in Abu Dhabi nicht nur Öl, sondern auch Geld sprudelt, entstand dort die wohl beeindruckendste Rennstrecke der Welt. Die Rennpremiere in Abu Dhabi stand im vergangenen Jahr unter dem Motto “Joint he Party!” – und auch in diesem Jahr dürften die Zuschauer am Yas Marina Circuit und um den Globus an den Fernsehschirmen ein Motorsport Spektakel der Superlative erleben: Denn während der Rest der Welt in praktisch allen Bereichen den Gürtel enger schnallen muss, kam man in Abu Dhabi auf die einmalige Idee, dass man doch eine ganze Insel entwickeln könnte. Für die Kleinigkeit von 40 Milliarden US Dollar (umgerechnet 27 Milliarden Euro) erhielt eine Firma namens Aldar Properties PJSC den Auftrag, auf 2.500 Hektar den spektakulärsten Freizeitpark der Welt zu errichten. Bis zu 45.000 Mitarbeiter schufen eine eigenständige kleine Welt mitten in Abu Dhabi – und mittendrin die modernste Formel 1 Strecke aller Zeiten. Alleine am Yas Marina Circuit arbeiteten bis zu 14.600 Mitarbeiter gleichzeitig. Die involvierten Projektzahlen kann man als Normalsterblicher kaum noch realisieren: In 35 Million Mannstunden wurden 1,6 Millionen Kubikmeter Erdreich verschoben, 720.000 Quadratmeter Asphalt und 225.000 Kubikmeter Beton verbaut, 25 Kilometer Kabel verlegt, ein 17 Kilometer langes Drainagesystem – ganz abgesehen von 430.000 Quadratmetern Grünflächen, die gestaltet und mit 5.000 Bäumen bepflanzt werden mussten. Dazu kommen 40 Kilometer Randsteine. Es ist die schnellste Achterbahn der Welt integriert, mit der Geschwindigkeiten bis 240 Km/h erreicht werden und genau so Beschleunigungen, die mit der Formel 1 durchaus mithalten können. Von 0 auf 240 Km/h in 4.9 Sekunden!!! Ach ja, der Architekt der Rennstrecke war ein gewisser Hermann Tilke. Das alles geschah im Endeffekt nur, um für 24 Formel 1 Autos eine 5,554 Kilometer lange Rennstrecke zu schaffen, auf der an diesem Wochenende zum zweiten Mal für 55 Runden gefahren wird. Diese führt gegen den Uhrzeigersinn und beinhaltet 21 Kurven sowie eine der längsten Geraden des Grand Prix Kalenders. Zwischen Kurve sieben und acht sowie zwischen Kurve zehn und elf sollten sich die besten Überholmöglichkeiten auftun. Eine weitere Besonderheit ist, dass nicht wie sonst üblich um 14 Uhr Ortszeit gestartet wird, sondern um 17 Uhr. Bei einem voraussichtlichen Sonnenuntergang um 17:37 Uhr am 14. November bedeutet das, dass es in der Dämmerung losgeht und der Zieleinlauf unter Flutlicht erfolgt. Der Veranstalter will auf diese Weise “das Beste aus zwei Welten” präsentieren: Einerseits Abu Dhabi bei Tageslicht, andererseits aber auch beleuchtete Highlights wie eben das Yas Marina Hotel und das einzige Tag und Nachtrennen der Formel 1 Geschichte. Zu dieser Rennstrecke gibt es derzeit keine Steigerung! Wie schon in Brasilien schickt HRT erneut Klien und Senna ins Rennen. Ferrari kapselt sich ab und gibt keine Interviews – bis die Entscheidung gefallen ist.

Freies Training:

Es ist unglaublich, seit März hat es in der Wüste nicht mehr geregnet und ausgerechnet wenn die Formel 1 kommt, gehen die Schleusen auf. Zum Begin des ersten freien Trainings ist die Strecke noch nass, aber sie trocknet bei 30°C und nun wieder Sonnenschein sehr schnell auf. Dennoch liefert uns Vettel den ersten Ausritt des Tages, nur Sekunden später folgt Michael Schumacher – beides nicht so tragisch, nur die Ideallinie leicht verfehlt. Bei Lotus nimmt Testfahrer Fairuz Fauzy im Wagen von Kovalainen platz. Wenig Fahrbetrieb, scheinbar wollen alle ihre Motoren schonen. Nach 40 Minuten haben wir noch immer keine Rundenzeit. Langsam machen sich alle auf den Weg und die Zeiten kommen. Schnell ist Vettel mit 1.43.177 an der Spitze der Tabelle, gefolgt von Hamilton, Webber und Button. Alonso auf P6 und Massa auf P11. Vettel kann am Ende als einziger eine Zeit unter 1.43 realisieren (1.42.760), sein Teamkollege Webber wird 4. Die beiden McLaren auf 2 und 3. Es bleibt spannend. Schumacher (7), der die Strecke erst lernen muss, ist 0,6 Sekunden vor Rosberg (9). Dämmerung zum 2. freien Training, das bei Dunkelheit enden wird. Reger Betrieb gleich zu Begin, ganz im Gegensatz zu heute Mittag. Es kühlt leicht ab und unsere Titelkandidaten sind schnell vorne mit dabei. Alonso knallt mit 1.42.474 bis dahin die schnellste Zeit des Freitags hin. Hamilton kontert mit 1.41.664! Auch Massa ist mit der 3. Zeit dabei, knapp vor Schumacher. Red Bull lässt sich Zeit. Keine Anstalten zu fahren. DTM Titelkandidat Paul di Resta sitzt bei Force India am Kommandostand. Er wird als Stammfahrer für 2011 gehandelt. Mittlerweile ist Alonso bei 1.41.473 an der Spitze. Jetzt greifen die Red Bull an. Hülkenberg ist ebenfalls in den Top 10. Grandiose Kulisse bei Sonnenuntergang in Abu Dhabi. Webber setzt sich zunächst auf P5 – vermutlich mit mehr Benzin an Bord wie die Konkurrenz. Vettel von P15 auf P5. Nach einer halben Stunde ist die Sonne verschwunden und das Flutlicht wird eingeschaltet. Schumacher kann sich vor Vettel schieben. Ferrari wechselt die Heckflügel, um Vergleichswerte zu erhalten. Renault fällt erneut positiv auf und Kubica kann sich auf P3 positionieren. Nebenbei bemerkt, als billigstes Auto auf dem Yas Marina Parkplatz kann ich einen Aston Martin ausmachen! Webber setzt sich auf P2, knapp hinter Alonso, dahinter Hamilton, Kubica und Vettel. Alle sind mit harten Reifen unterwegs bei Halbzeit. Es wird Nacht in Abu Dhabi und alles ist sehr schwer herauszulesen, wer mit wie viel Benzin an Bord unterwegs ist. Fakt ist, alle WM Kandidaten sind vorne mit dabei. Vettel auf P2. Hülkenberg geht als erster mit weichen Reifen raus. Noch 35 Minuten, Massa dreht sich wie in Zeitlupe um 180°. Hamilton mit Superweich und 1.41.213 auf P1. Das Yas Marina Hotel erstrahlt mittlerweile in Blau. Hamilton haut eine 1.40.888 in die Bahn auf P1. Massa bleibt ohne Benzin stehen, bei noch 22 Minuten auf der Uhr. Feierabend auf P6 – für den Moment. Am Ende bleibt Hamilton auf P1, dann Vettel, Alonso, Webber und Kubica. So lauten die Top 5 am Freitagabend. Schon während des Freien Trainings in der Dämmerung in Abu Dhabi liess die Rennleitung ausrichten, dass eine Entscheidung erst nach dem Ende der Einheit gefällt werden wird. Was war passiert? Lewis Hamilton kam hinter Bruno Senna (HRT) mit Überschuss an. Er kam von der Strecke ab, fuhr zurück auf dieselbige – und bog sofort und recht unvermittelt in die Box. Dabei schnitt der McLaren Pilot Senna nicht nur den Weg ab, sondern er überfuhr bei dieser Aktion auch noch die weisse Linie der Boxeneinfahrt – was nicht gestattet ist. Die Rennleitung beliess es nach dieser Aktion aber bei einer Verwarnung für den Engländer. Sein Landsmann und Teamkollege Jenson Button hingegen muss zahlen: Er war in der Boxengasse mit 64,4 km/h um genau 4,4 km/h zu schnell unterwegs und legt dafür 1.000 Euro auf den Tisch. Der letzte Test vor dem Abschlusstraining startet bei 30°C, Sonnenschein und 43°C Streckentemperatur. Nach einer viertel Stunde setzt di Grassi im Virgin die erste Zeit. Bei knapp Halbzeit sind erst 6 Zeiten zu sehen. Schumacher vor Kubica, Alonso, Hülkenberg und Vettel lautet inzwischen die Reihenfolge. Über 10 Minuten bleibt Schumacher an der Spitze, dann kontert zunächst Alonso, dann Vettel und Rosberg schiebt sich auf P2. Webber braucht 3 Anläufe um 0,007 Sekunden schneller zu sein als Vettel, der sich aber sofort wieder an die Spitze setzt. Hamilton auf P3 – noch 20 Minuten. Alonso geht als erster mit superweichen Reifen raus, kommt aber nicht an die Vettel Zeit heran. Dieser kommt bei noch 10 Minuten Restzeit ebenfalls auf superweich, bleibt aber auch hinter seiner Bestzeit zurück. Hochbetrieb gegen Ende und Vettel schafft in 2. Versuch eine 1.41.142 – 0,348 schneller als Alonso. Webber kommt bis auf 0,011 an Vettel ran, Hamilton auf 3 und Alonso auf 4. Im letzten Schuss fährt Vettel mit 1.40.696 die bis dahin schnellste Zeit des Wochenendes, Webber 0,133 dahinter. Hamilton fehlt über eine halbe Sekunde, Alonso gar knapp 0,8 Sekunden. Stand jetzt könnte Hamilton dem Alonso die Suppe gehörig versalzen. Schumacher (7) vor Rosberg (8), genau wie Hülkenberg (11) vor Barrichello (13). Gleich bei der ersten Ausfahrt aus der Box erwischte es Timo Glock, der mit 62,4 km/h gemessen wurde und dafür 600 Euro zahlt. Später war auch Kamui Kobayashi zu schnell. Der Sauber Fahrer fuhr 61,3 km/h, was 400 Euronen kostet.

Abschlusstraining:

Mich wundert etwas, dass laut Teamchef Christian Horner in beiden Red Bull die Motoren aus Japan verwendet werden. Suzuka gilt allgemein als Motormordende Strecke. Die letzte Vorentscheidung 2010 fällt nun im Kampf um die besten Startpositionen. Es hat etwas abgekühlt gegenüber dem letzten freien Training. 28°C Aussentemperatur, aber nur 33°C auf der Strecke. Sie ist also 10°C kühler als zuvor. Die Dämmerung hat bereits eingesetzt. Mark Webber verliert seine Zeit auf Vettel in Kurve 1, verrät und Dr. Marko von Red Bull im Interview vor dem Abschlusstraining. Hamilton, Barrichello, Schumacher und Vettel sind die Top 4 im ersten Schuss. Die Strecke ist deutlich schneller. Was für ein Schlagabtausch schon in Q1! Die ersten 3 sind nur durch 0,1 Sekunden getrennt. Vettel, vor Hamilton und Alonso. Dann Webber, Massa und Rosberg. Noch 5 Minuten und Alonso ist auf P1. Dennoch findet der eigentliche Kampf hinten statt, wenn es um den Einzug in Q2 geht. Zu den 3 neuen Teams gesellt sich diese Mal Buemi, die alle draussen sind. Rosberg setzt noch ein Ausrufezeichen auf P2! Alles auf harten reifen wohlgemerkt. Die 15 Minuten im Kampf um die Top 10 beginnen. Beide Ferrari sind sofort bei grün auf der Strecke, die von Minute zu Minute schneller wird. Alonso ist eine halbe Sekunde schneller als Massa, aber Button kontert mit einer 1.40.2 Zeit und geht auf P1. Vettel fährt mit 1.39.874 die erste Zeit unter 1.40, dahinter Button, Alonso und Webber. Schumacher ist um 0,007 Sekunden von Rosberg. Hamilton ist noch nicht qualifiziert, er hat sich die reifen ruiniert. Er kommt 3 Minuten vor Ende raus für seinen einzigen Versuch. Massa und Hamilton behindern sich gegenseitig und Hamilton rasiert einen Poller weg. Noch 1,5 Minuten. Es knistert in Abu Dhabi, aber Hamilton ist mit P2 drinnen. Button ist 0,005 Sekunden schneller als Hamilton. Kubica ist zum ersten Mal 2010 draussen, im Kampf um die Top 10. Er wird geschlagen von seinem Teamkollegen Petrov um 0,122 Sekunden. Nur die beiden Red Bull sind in allen Trainings 2010 innerhalb der Top 10. Neben Kubica erwischt es beide Sauber, beide Force India, einen Williams (Hülkenberg) und einen Toro Rosso (Alguersuari). Jetzt geht’s ums Ganze, der letzte Schuss um die besten Startpositionen 2010 kann beginnen – unter Flutlicht. Die Frage, wer die Pole Position holt wir jetzt beantwortet. In 10 Minuten werden wir es wissen. Hamilton, Button, Alonso und Massa ist die Reihenfolge bei Halbzeit. Red Bull hat Nerven und wartet. Was für ein Finale, Vettel behauptet sich und fährt die 10. Pole 2010 ein, 0,031 Sekunden vor Hamilton. Damit egalisiert er den Rekord von Ayrton Senna, Alan Prost, Nigel Mansell, Nelson Piquet und Michael Schumacher. Alonso auf P3, vor Button, Webber nur auf P5 und Massa auf 6. Barrichello, Schumacher, Rosberg und Petrov komplettieren die Top 10. Schumacher gratuliert Vettel, die beiden bestreiten in zwei Wochen das Race of Champions. Dazu später mehr… Aufatmen bei McLaren: Lewis Hamilton darf seinen zweiten Startplatz in Abu Dhabi behalten, denn seine Beinahe Kollision mit Felipe Massa im zweiten Qualifying Sektor wurde von Rennleiter Charlie Whiting offenbar nicht bei den FIA Kommissaren gemeldet, sodass der Zwischenfall nicht einmal untersucht wurde.

Höhepunkte des Rennens:

Wer wir Formel 1 Weltmeister 2010? Ist der Formel 1 Gott gerecht, macht er einen der beiden Red Bull Fahrer zum Champion. Wird es Alonso, hätte das aufgrund der Vorkommnisse in Hockenheim immer einen faden Beigeschmack. An Hamilton als neuem Champion glaubt wohl niemand mehr. Wie schon bei der Premiere 2009 ist der Yas Marina Circuit mit 55.000 Zuschauern vor Ort ausverkauft. Mehr als eine halbe Milliarde Fernsehzuschauer um den Erdball sitzen vor dem Bildschirm. Zum Vergleich, den Formel 1 Start 2010 in Bahrain sahen nur 60 Millionen Fernsehzuschauer! Am Renntag gibt es hervorragende Bedingungen bei 29°C Aussentemperatur und 33°C auf der Strecke. Das ganze bei strahlendem Sonnenschein. Auf Vettels feuerfester Haube unter dem Helm steht: „MONZA“. Da hat er seinen ersten Sieg 2008 herausgefahren, damals noch im Toro Rosso. Der König von Spanien gibt Alonso am Grid noch mit seiner rechten Hand einen Klaps auf die linke Backe. Hamilton bekommt noch ein Bussi von seinem Pussy Cat Doll, der Puls steigt und der grosse Showdown kann beginnen. Start: Guter Star von Vettel, aber Hamilton kommt ihm bedenklich nahe. Vettel hält die Linie und verteidigt die Spitze. Button geht an Alonso vorbei – wichtig für Vettel. Runde 1: Crash von Schumacher! Rosberg greift seinen Mercedes Kollegen an, der ist aussen auf der schmutzigen Seite und dreht sich. Er steht entgegen der Fahrtrichtung und wird frontal von Liuzzi getroffen. Der Italiener konnte nicht mehr ausweichen und rutscht auf Schumachers Auto. Das hätte böse ausgehen können. Das Safety Car ist draußen. Runde 2: Rosberg kommt nach dem Zwischenfall direkt an die Box und wechselt auf die harten Reifen. Das wird sein einziger Stopp gewesen sein. Er zockt also und hofft, dass es sich auszahlt. Runde 5: Restart! Hamilton will Vettel nervös machen und setzt sich früh aussen neben ihn. Doch Vettel ist abgezockt und beschleunigt Hamilton locker aus. Sonst bleibt alles wie gehabt. Runde 12: Bei Webber sind die Hinterreifen hinüber! Er kommt sehr früh an die Box und fällt meilenweit bis auf Rang 16 zurück. Runde 16: Alonso kommt zum Reifenwechsel. Alles geht glatt und er kommt vor Webber wieder zurück auf die Strecke. Das war enorm wichtig für ihn. Aber er liegt hinter Rosberg und Petrov, die beide schon seit der Safety-Car-Phase harte Reifen drauf haben und nicht mehr stoppen müssen. Runde 26: Vettel kommt eine Runde nach Hamilton zum Reifenwechsel – und kommt ganz genau vor Kobayashi und Kubica heraus, die noch nicht an der Box waren. Die beiden wirken als Puffer für den Deutschen. Das war Gold wert! Runde 47: Kubica kommt sehr spät an die Box und liegt damit auch noch vor Alonso. Der Spanier muss nun drei Autos überholen, wenn er noch Weltmeister werden will. Es sieht alles nach Vettel aus. Ziel: Es ist vollbracht! Vettel fährt über die Ziellinie und ist WELTMEISTER 2010 – Glückwunsch!

Fazit:

Was für ein Rennen, f1tommy hatte das ganze Rennen 200 Puls und war kurz vor dem Herz Zick Zack! Es war richtig das Rennen in Brasilien ohne Stallregie zu beenden und Vettel dort den Sieg zu lassen, vor seinem Teamkollegen Webber. Sebastian Vettel hat erneut alles richtig gemacht und ist verdient der jüngste Weltmeister der Formel 1 Geschichte. Er beendet die Saison mit einem fantastischen Sieg – wie schon im Vorjahr. An der Presskonferenz lässt er uns wissen, dass er keine Information hatte, wie der Stand im Rennen ist und hat sich gewundert, warum sein Renningenieur so nervös sei. Erst als er über die Ziellinie fuhr, wurde ihm gesagt, er sei Champion! Hemmungslos weint Sebastian Vettel im Teamradio. Eine unglaubliche Saison ist vorbei – mir fehlen ebenfalls die Worte…

Fussnote:

Schnellste gezeitete 1. Rennrunde nach dem SC in Runde 6: 1.46.549 VET Schnellste Rennrunde: 47. Runde von 55: 1.41.274 HAM

Mann des Rennens:

Vitaly Petrov, er fuhr vor Ferrari Pilot Alonso ein tadelloses Rennen und bot dem zweifachen Weltmeister keine Chance ihn zu überholen.

Pechvogel des Rennens:

Fernando Alonso: Hoch gepokert und alles verloren. Die italienischen Medien werden Ferrari in der Luft zerreissen.

Szene des Rennens:

Vettel überquert die Ziellinie und ist Weltmeister – was für ein Finale, ein unglaublicher Ritt! Er bekommt von Sky Mitarbeiterin Tanja Bauer die Nummer 1 überreicht – die Ersatznummer von Jenson Button. Sebastian fehlen die Worte: „So weit habe ich noch gar nicht gedacht, dass ich nächstes Jahr die Nummer 1 auf dem Auto habe!“ Es gibt doch noch eine übergeordnete Gerechtigkeit!

Flop des Rennens:

Ferrari: Sie haben Alonso viel zu früh zum Reifenwechsel hereingeholt, er blieb in Verkehr stecken und muss im letzten Rennen seine Führung in der Meisterschaft an Vettel abgeben. Sie haben ihre Strategie nur auf Webber ausgerichtet und verloren.

Randbemerkungen:

Der viermalige Le Mans Sieger und ehemalige Formel 1 Pilot Emanuele Pirro fungiert beim Saisonfinale der “Königsklasse” in Abu Dhabi als vierter Rennkommissar. Der Italiener wird die Rennleitung erstmals bei der Entscheidungsfindung unterstützen.

Williams behauptet sich mit einem Punkt Vorsprung vor Force India in der Teamwertung und kann sich somit die 8 Millionen US Dollar mehr an Ausschüttung der TV Rechte sichern.

Alonso und Massa testen die schnellste Achterbahn der Welt, sitzen in der ersten Reihe – die Kamera immer auf die beiden gerichtet – und ab geht’s. Von 0 – 240 Km/h in 4,9 Sekunden. Die Augen mit Spezialbrillen geschützt, die Backen von Alonso ziehen sich nach hinten, den beiden bleibt die Luft weg. Erst als es dann weniger schnell in eine Steilkurve links ab geht und sie so zu sagen wieder zu sich kommen, ist bei beiden fast zeitgleich ein Lachen ins Gesicht gemeisselt und alle 4 Daumen gehen nach oben… Prädikat Weltklasse! Sehen Sie hier:     YouTube

Das war’s für 2010 mit der Formel 1, in zwei Wochen findet in Deutschland (Düsseldorf) das Race of Champions statt (ROC), Sebastian Vettel und Michael Schumacher haben ihre Titel in der Nationenwertung zu verteidigen und Sky überträgt alle Entscheidungen live in Fernsehen. Es haben sich die Weltmeister fast aller Klassen angesagt und treten gegeneinander in unterschiedlichen Fahrzeugen an. Darunter auch Alain Prost, Heikki Kovalainen, Mick Doohan, Sebastien Loeb, Travis Pastrana, Tom Kristensen, Andy Priaulx, Carl Edwards und viele mehr – ich halte Sie auf dem laufenden… und in Kürze gibt es noch den grossen Formel 1 Jahresrückblick – bis dann…

Keep racing © f1tommy, 2010