Nick Heidfeld findet, dass der Trend hin zu Bezahlfahrern der Formel 1 schadet, zeigt aber auch Verständnis für die schwierige Situation vieler Teams

Bei Sauber hat ihm Sergio Pérez (Telmex) das Cockpit weggenommen, bei Williams steht Pastor Maldonado (PDVSA) wesentlich höher im Kurs und bei Renault möglicherweise Vitaly Petrov (Lada, Snoras und Flagman) – man kann derzeit verstehen, dass Nick Heidfeld auf das Thema Bezahlfahrer nicht gut zu sprechen ist.

„Wenn ich Geld hätte, wäre ich schon locker sicher in der Formel 1, aber ich habe eben keine paar Millionen von jemandem, der mich unterstützt, in der Tasche“, klagt der scheidende Sauber-Pilot sein Leid. Sein Manager Andre Theuerzeit sucht zwar nach Sponsoren, aber mit den teilweise zweistelligen Beträgen, die Pérez, Maldonado und Co. einem Team in Aussicht stellen können, wird Heidfeld niemals mithalten können.

Wirtschaftskrise hilft Bezahlfahrern

Dass es derzeit offenbar einen Trend zu Bezahlfahrern gibt, ist „nicht gut für den Sport“, kritisiert der 33-Jährige, zeigt gleichzeitig aber auch Verständnis für die angespannte Situation, in der viele Teams stecken: „Andererseits ist es verständlich. Wir hatten gerade eine Weltwirtschaftskrise und viele Sponsoren sind ausgestiegen. Es gibt weniger Geld, aber die Teams brauchen Geld zum Überleben. So gesehen verstehe ich es.“

Wäre er selbst Teamchef, würde er freilich Talent einem prallen Geldkoffer immer vorziehen, denn: „Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, denn wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass sich Teams für Fahrer mit Geld entschieden haben, aber die brachten dann keine gute Leistung. Das kann man auch dieses Jahr sehen, ohne dass ich Namen nennen will“, gibt Heidfeld zu Protokoll – ein klarer Seitenhieb gegen Petrov, seinen Konkurrenten um das zweite Renault-Cockpit.

Wie Bezahlfahrer Geld kosten

„Aber wenn man sich einige Fahrer ansieht, die schlechte Leistungen abliefern, aber immer noch dabei sind und wohl auch nächstes Jahr dabei sein werden, dann kostet das ja auch Geld in der Konstrukteurs-WM. Das würde das Sponsorengeld vielleicht aufwiegen“, argumentiert er. „Außerdem findest du bei Erfolgen leichter Sponsoren. Und es gibt Fahrer, die viele Unfälle bauen und auf diese Weise auch noch eine Menge Geld verbrennen.“

So würde Renault zum Beispiel schon mit 60 Punkten Vorsprung vor Mercedes liegen, wenn Petrov genauso viele Punkte gesammelt hätte wie Robert Kubica, doch stattdessen fehlen den Franzosen 45 Punkte auf den vierten Platz in der Konstrukteurs-WM. Der Unterschied zwischen dem vierten und fünften Platz für die Beteiligung an den Einnahmen aus dem Preisgeldtopf von Bernie Ecclestone beträgt geschätzte fünf Millionen Euro.