In Brasilien bot die Formel 1 mehr als ein Mal grandiosen Sport: häufig spektakulär, manchmal kurios und in den zurückliegenden vier Jahren immer die WM entscheidend. Kamui Kobayashi und Nick Heidfeld wollen auch in Sao Paulo in die Punkte fahren.

Kamui Kobayashi:

„2009 bin ich mein allererstes Formel-1-Rennen in Brasilien gefahren, als ich für Timo Glock bei Toyota eingesprungen bin. Ich hatte nicht viel zu erwarten, weil ich die Strecke nicht kannte und ausserdem seit acht Monaten kein F1-Auto mehr auf trockener Bahn gefahren war. Das war eine schwierige Situation für mich, aber ich habe an mich geglaubt und mir vorgenommen, keine Fehler zu machen und das Rennen fertig zu fahren. Die Strecke ist schön und körperlich sehr anstrengend. 2009 war das Rennen für meinen Nacken sehr hart, vor allem die letzte Kurve ist sehr lang, und dort wirken hohe Fliehkräfte. Die Strecke ist auch technisch anspruchsvoll, aber für mich stand 2009 die physische Belastung im Vordergrund. Das wird in diesem Jahr kein Problem mehr sein. Das Rennwochenende 2009 war in jeder Hinsicht ausserordentlich für mich. Das Wetter änderte sich permanent, Abstimmungsarbeit war fast unmöglich. Wir haben immer wieder Reifen gewechselt, und ich habe im Training einfach versucht, so viele Runden wie möglich zu fahren. Ich freue mich sehr auf meinen zweiten Grossen Preis von Brasilien.“

Nick Heidfeld:

„Ich mag die Rennstrecke von Interlagos. Sie ist nicht besonders lang, aber anspruchsvoll. Wir fahren entgegen dem Uhrzeigersinn, eine hohe Beanspruchung der Nackenmuskulatur gehört dazu. Kurve sechs ist mein Favorit – eine Bergauf-Doppel-Rechtskurve, schnell und blind. Es gab schon viele unglaublich spannende Rennen in Sao Paulo, oft hat das Wetter eine Rolle gespielt. Ich habe viele spezielle Erinnerungen an Grosse Preise von Brasilien. 2001 habe ich im Regen in einem Sauber meinen ersten Podestplatz in der Formel 1 geholt – ein unvergessliches und emotionales Erlebnis. 2002 war plötzlich ein Medical Car unterwegs, wo es nicht hätte sein dürfen. Die Sekundenbruchteile, in denen ich hoffte, dass der Fahrer nicht auch noch aussteigt, nachdem er schon die Tür geöffnet hatte, erschienen mir wie eine Ewigkeit. Ich hätte ihm nicht ausweichen können. Zum Glück ist er im Auto geblieben. In den vergangenen vier Jahren fiel die Titelentscheidung in Interlagos, das könnte 2010 auch passieren. Die Chancen für ein weiteres spannendes Rennen sind jedenfalls hoch.“

Technischer Direktor James Key:

„Es ist schön, wieder nach Interlagos zu gehen, dieses Rennen hat eine grossartige Atmosphäre und viele Fans. Die Strecke ist interessant, sie bietet einige Überholmöglichkeiten, was für spannende Rennen sorgen kann. Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen und unseren positiven Trend fortsetzen. Der C29 wird in unveränderter Spezifikation antreten, aber wir haben natürlich Möglichkeiten für die Abstimmung zu bedenken. Eine davon ist das Abtriebsniveau. In Interlagos gewinnt man entweder auf den Geraden oder in dem kurvigen Abschnitt, man muss den richtigen Kompromiss treffen. Wir müssen auf die Höchstgeschwindigkeit achten, aber auch die Fahrzeugbalance und das Grip-Niveau im zweiten Teil der Runde im Auge behalten. Den Verschleiss der Vorderreifen in Grenzen zu halten, sollte eine Stärke unseres Autos sein. Bei der mechanischen Abstimmung müssen wir die Bodenwellen einkalkulieren sowie Richtungswechsel und guten Grip an der Vorderachse. Gute Traktion ist vor allem in der Bergaufpassage am Ende der Runde wichtig.“

Rennstrecke Autodromo José Carlos Pace / 4,309 km
Renndistanz 71 Runden / 305,909 km
Zeitplan Qualifying 14:00 h, Rennen 14:00 h Lokalzeit (16:00 h GMT)

QUELLE: SauberMotorsport