Der aufgrund des vielen Wassers auf der Strecke mit grosser Verspätung und hinter dem Safety Car gestartete erste Grosse Preis von Korea brachte weitere Punkte für Kamui Kobayashi und Nick Heidfeld. Der Japaner kam als Achter ins Ziel, unmittelbar vor seinem deutschen Teamkollegen. Als die schwarz-weiss karierte Flagge geschwenkt wurde und das Team sich über sechs WM-Zähler freuen durfte, war es beinahe dunkel in Mokpo.

Kamui Kobayashi: 8.

C29.04 / Ferrari 056

„Es war ein seltsamer Renntag mit der Verzögerung und dem Start hinter dem Safety Car. Aber für mich war es in Ordnung, das so zu lösen. Anfangs konnte ich hinter dem Safety Car rein gar nichts sehen. Schlechte Sicht und ein Mangel an Grip waren heute die Hauptprobleme. Nachdem wir nach 19 Runden, als das Safety Car wieder unterwegs war, auf Intermediates gewechselt hatten, war es erst einmal schwierig damit, es war sehr rutschig. Als mich später Adrian (Sutil) angriff, bin ich auf der Innenbahn geblieben, ich habe die Seite nicht gewechselt. Ich habe ihn im Spiegel gesehen und hatte den Eindruck, er könnte nicht bremsen oder so etwas. Wir haben uns jedenfalls berührt, aber zum Glück war mein Auto nicht zu stark beschädigt, und ich konnte weiterfahren. In den letzten Rennrunden fand ich die Sicht wieder sehr, sehr schlecht. Diesmal nicht wegen Gischt, sondern aufgrund der Dunkelheit.“

Nick Heidfeld: 9.

C29.03 / Ferrari 056

„Ich bin froh, dass wir wieder Punkte geholt haben. Es war heute nicht einfach, den Überblick zu behalten. Ich denke, es war die richtige Entscheidung, den Start hinauszuzögern. Vorher war die Sicht absolut null. Nachdem wir auf die Intermediates gewechselt hatten, was im Nachhinein zu früh war, war es nicht einfach, auf der Strecke zu bleiben, aber es war machbar, und dann wurden die Bedingungen besser. Nach so vielen Runden und auf der abtrocknenden Strecke waren die Reifen am Ende natürlich hinüber, aber ich denke, das Problem hatten andere auch. Ich konnte mich gegen Adrian (Sutil) nicht richtig verteidigen, weil ich ihn in meinen völlig verdreckten Spiegeln gar nicht sehen konnte. Ich wusste aus dem Funkverkehr, dass er da irgendwo hinter mir sein musste, aber sehen konnte ich ihn erst, als er neben mir war. Für mich war die Sicht in der Dämmerung am Ende grenzwertig, aber gerade noch okay.“

Peter Sauber, Teamchef:

„Beide Fahrer in den Punkten in einem turbulenten und schwierigen Rennen – das ist positiv. Kompliment an beide Piloten, die vor allem gegen Rennende sehr hart kämpfen und ihre Positionen verteidigen mussten. Aber obwohl wir sechs WM-Punkte einfahren konnten, haben wir den Rückstand auf unsere direkten Gegner nicht reduziert. Wir haben jetzt noch zwei Gelegenheiten, das zu ändern.“

James Key, Technischer Direktor:

„Nicht ganz überraschend war es angesichts der Bedingungen ein ereignisreiches Rennen, auch deshalb, weil wir nicht wussten, wie sich die Regenreifen auf dieser neuen Strecke verhalten würden. Es war richtig, den Start zu verschieben und dann hinter dem Safety Car zu starten. Wir sind ein gewisses Risiko eingegangen und haben in der Safety Car-Phase in Runde 19 bei beiden Autos Intermediate-Reifen aufgezogen, um den unvermeidlichen Boxenstopp vorzuziehen. Beide Piloten dachten, das würde funktionieren mit den Intermediates. Leider blieben wir dann im Verkehr stecken und haben so den Anschluss nach vorne verloren. Das war unglücklich, aber wir sollten uns nicht beschweren, denn beide Piloten haben einen wirklich guten Job gemacht. Sie haben vor allem gegen Rennende dem Druck standgehalten, als die Reifen stark abbauten. Sie haben sich gewehrt und ihre Autos in den Punkten ins Ziel gebracht. Wir können mit diesem Resultat sehr zufrieden sein.“

QUELLE: SauberMotorsport