Nick Heidfeld bedauert, dass er Pedro de la Rosa das Cockpit weggeschnappt hat, freut sich aber auf das Stallduell gegen Kamui Kobayashi

Nick Heidfelds Freude darüber, an diesem Wochenende in Singapur wieder in den Grand-Prix-Zirkus zurückzukehren, ist einerseits zwar groß, andererseits aber auch leicht gedämpft. Denn der Deutsche hätte lieber den Platz eines anderen Piloten eingenommen als den von Pedro de la Rosa, der übrigens sein Vorgänger als Vorsitzender der Fahrergewerkschaft GPDA war.

“Es ist nie schön, einen anderen Fahrer zu ersetzen, aber bei Pedro ist das besonders bitter, weil wir befreundet sind und beide in der Schweiz fast Nachbarn sind”, erklärt der Sauber-Heimkehrer im Interview mit ‘Auto Bild motorsport’ . “Wir unternehmen viel gemeinsam, auch zusammen mit unseren Kindern. Aber ich würde natürlich niemals sagen: ‘Nein danke, es ist Pedros Cockpit!’ Er hat Verständnis für mich und nimmt mir das nicht krumm. Er kennt ja auch das Geschäft.”

Für Heidfeld war es “wichtig”, mit de la Rosa persönlich darüber zu reden, ebenso wie ihm auch seine Zeit als Mercedes-Testfahrer wichtig war: “Es war sehr interessant, mit Mercedes zu arbeiten”, erklärt er gegenüber ‘formula1.com’, “besonders mit Ross Brawn und Michael Schumacher, um einmal zu sehen, wie Leute, die in der Formel 1 so viel Erfolg hatten, an die Sache herangehen. Hoffentlich habe ich daraus etwas gelernt.”

Nächstes Ziel für den 33-Jährigen muss nun sein, seinen um fast zehn Jahre jüngeren Stallgefährten Kamui Kobayashi zu schlagen: “Das ist unter Teamkollegen ganz normal”, relativiert “Quick Nick” und fügt an: “Er würde euch über mich das Gleiche sagen.” Tatsächlich glauben einige Experten, dass Kobayashi eine hart zu knackende Nuss sein könnte. Andere gehen hingegen davon aus, dass es eine klare Sache für den Deutschen wird.

“Ich kenne Kamui nicht besonders gut”, sagt Heidfeld selbst. “In den vergangenen Wochen habe ich damit angefangen, ihn kennenzulernen. Ich halte ihn für sehr offen, freundlich und lustig, ein Kerl, mit dem man gut auskommen sollte. Er hat sich in der Formel 1 einen guten Namen gemacht, daher denke ich, dass wir uns gut verstehen werden. Wettbewerb gehört zu diesem Geschäft dazu, daher ist mir ein Teamkollege lieber, der mich richtig pusht.”

Sollte er sich gegen Kobayashi durchsetzen, würde das seine Chancen auf ein Stammcockpit für 2011 entscheidend erhöhen – möglicherweise bei Renault, Force India oder doch Sauber: “Es gibt Gespräche mit einigen Teams”, bestätigt Heidfeld, “und zwar mit allen, die vernünftige Cockpits frei haben. Die Topteams haben keine freien Cockpits mehr, daher kann man ganz leicht erraten, mit wem wir alles sprechen.”