Von einem schlechten Saisonstart lässt sich Pedro de la Rosa nicht unterkriegen: Für Team Sauber sind bald die ersten Punkte fällig

Mit seinen mittlerweile 39 Jahren hat Pedro de la Rosa erst 76 Grands Prix bestritten, obwohl der Spanier seit 1998 – damals noch mit Alain-Prost-Frisur als Testfahrer für Eddie Jordan – eigentlich immer im direkten Umfeld der Formel 1 aufzufinden war. Der Grund dafür ist natürlich seine langjährige Rolle als McLaren-Edeltester, die er zu Saisonbeginn gegen ein Einsatzcockpit im Team von Peter Sauber eintauschte.

Bislang war es ein eher defekt-geplagtes Comeback, denn lediglich in Malaysia sah de la Rosa einmal die Zielflagge. Zudem konnten an den sechs Rennwochenenden 2010 weder er noch sein Teamkollege Kamui Kobayashi in die Punkte fahren, die die nahezu sponsorlose Sauber-Mannschaft an die so wichtigen Geldtöpfe von Bernie Ecclestone bringen würden.

Doch was nicht ist, soll noch werden. Am besten gleich in Istanbul. „Es war ein schwieriger Saisonstart“, gestand de la Rosa gegenüber der Nachrichtenagentur ‚Reuters‘ ein. „Aber ich bin schrecklich optimistisch und vor allem freue ich mich, dass ich in einem guten Team wieder Rennen fahren kann. Endlich habe ich alle zwei Wochen wieder eine echte Herausforderung.“

Als Sauber in den Wintertests gute Zeiten hinlegte, war die Hoffnung groß, dass schon früh in der Saison gute Resultate folgen würden. Dem war bekanntlich nicht so. De la Rosa identifiziert zwei Gründe: „Zum einen hat die Konkurrenz zwischen Februar und Bahrain riesige Fortschritte gemacht. Fast jede Woche kamen neue Aero-Pakete, die große Performancesprünge erlaubt haben.“

Härtetest Monaco

„Zum anderen haben wir – ohne es zu wissen – mit weniger Sprit an Bord getestet, als es die Konkurrenz machte.“ Einen Vorsatz, um Sponsoren mit guten Testzeiten anzulocken, verneinte der Formel-1-Routinier jedoch. „Wir wollten nicht schnell aussehen. Uns war nur nicht klar, dass andere mit wesentlich mehr Benzin unterwegs waren.“

Auch der vermeintliche Testfahrer-Rost, der sich in den vergangenen Jahren angesammelt haben könnte, ist für de la Rosa kein Problem. „Es hat nur ein paar Tests gedauert, bis ich mich im Auto richtig wohl gefühlt habe. Das war in Barcelona der Fall und in Bahrain lief alles schon glatt. Der Moment der Wahrheit kam dann in Monaco, denn diese Strecke empfinde ich eigentlich als sehr gefährlich.“

Doch auch die Straßenschluchten stellten kein Hindernis dar: „Zum ersten Mal überhaupt habe ich es genossen, dort zu fahren. Und das kannst du nur, wenn du keinen Rost mehr hast.“ Soll heißen: Der nächster Anlauf, um in die Punkte zu kommen, geschieht in Istanbul. „Dieser Kurs ist ähnlich wie in Barcelona und dort haben wir recht gut ausgesehen. Wir sollten dran sein. Es ist eine Strecke, die ich sehr mag.“

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